Analoge Fotografie ist manchmal besser. Sogar in der Hitze Afrikas. Denn "36 Möglichkeiten" lösen unendliches Knipsen zugunsten eines konzentrierten und aufmerksamen Aktes ab, meint Fotografin Marie Köhler. Doch sie stellt sich der Herausforderung nicht, um eine weitere Afrika-Reportage umzusetzen. Sie startet im kommenden Jahr einen Fotoworkshop mit 100 Kindern im Operndorf Afrika, Burkina Faso. Vier Monate lang soll eine analoge Kamera der stete Wegbegleiter der Kinder sein, die das Medium selbstständig kennenlernen und eigene künstlerische Strategien entwickeln sollen. Durch darauf folgende Ausstellungen soll somit eine "unverbrauchte, unvoreingenommene Perspektive auf die Lebenswirklichkeit der Burkinabé Einzug in die Prägung der europäischen Ikonographie des schwarzen Kontinentes halten". Eine Zielsetzung, die sich für Marie Köhler nach einem ersten Besuch bereits im Kleinen erfüllt hat.
1 December 2012
2 November 2012
1 November 2012
Der Sturm und der Klick
Instagram brachte und bringt viele Vorteile, ebenso wie H&M viele Vorteile bringt, aber auch den Nachteil, dass der überlebenswichtige Distinktionsgewinn zwischen den Schichten und dem Alter durch Mode negiert wurde; ebenso wie das Mobiltelefon viele Vorteile hat, aber auch zu viele Menschen dazu animiert, das Private ins Öffentliche zu verlagern; ebenso wie das Medikament unsere Schmerzen lindert, aber unsere Leber und Niere auflöst. Nur drei Beispiele.
12 October 2012
11 October 2012
Steak oder Gurke?
Die Bauchspeicheldrüse ist das Organ der Stunde. Es hatte kürzlich politische Relevanz und ihr Zustand bestimmte bereits den Aktienkurs einen US-amerikanischen Unternehmens. Doch vor allem und viel mehr hat es eine persönliche Dimension. Denn ihre Fehlhaftigkeit schafft es, entgegen einer militärisch korrekten, flächendeckenden Ausbreitung im Inneren, die Konturen des ihr zugeteilten – meist väterlichen - Äußeren zunächst zu radieren und dann ganz verschwinden zu lassen. So entstehen Lücken. Beispielsweise. Die Krankheit austauschbar.
27 September 2012
26 September 2012
Nützliche Besessenheit
Das letzte Fließband in der Geschichte meiner Familie taucht in der Biografie einer Großmutter auf. Es befand sich im Rostocker Fischkombinat. Bis auf diese Tatsache und den dazu gehörigen Erinnerungen an jene Person bleibt dieser Produktionsprozess in den Gütern seit jeher verborgen. Es sei denn, dass dem Konsumenten in regelmäßigen Abständen investigativ offenbart wird, dass die Zukunft im Verzicht liegt. Bis dahin regieren illustrierte Entstehungsgeschichten vom falschen Erzähler und der Glaube daran.



