21 December 2009

Soul Kittchen

Mehr darüber, wie Fatih Akin Ähnlichkeiten zwischen seinem Film 'Soul Kitchen' und Alexander Wall(asch)s Roman 'Hotel Monopol' zu unterbinden versucht:

Florian Arnold in der Braunschweiger Zeitung

Daniel Kothenschulte in der Frankfurter Rundschau

Susan Vahbzadeh in der Süddeutschen Zeitung.

Insbesondere der Artikel in der SZ folgt der von Fatih Akin vorgegebenen Strategie: Alexander Wallasch als jemanden hinzustellen, der einen platten Verfilmungsvorwurf erheben würde, um diesen dann als Inspirationsverdacht herunterzuspielen und nonchalant festzustellen: "Übereinstimmungen gibt es in der Tat, in vielen Details und im großen Ganzen der Geschichte". Doch für nicht mehr hat Fatih Akin gegen Alexander Wallasch mal eben eine einstweilige Verfügung erhoben – und vom Hamburger Gericht auch noch Recht bekommen. Warum? Die Begründung des Gerichts steht weiterhin aus.

14 December 2009

Ursache-Wirkung-Schwäche?

Fatih Akin sagt – so der Tagesspiegel, er habe "ein seltsames, schwer erklärbares Problem: Dinge, die er filmt, werden wahr." Denn: Kaum hat er den Film 'Soul Kitchen' gedreht, der die Gentrifizierung Hamburgs zum Thema hat, da findet diese auch schon statt.
Glaubt Fatih Akin wirklich, vor Drehbeginn im letzten Winter habe es in Hamburg noch keine Gentrifizierung gegeben? Diese Ursache-Wirkung-Schwäche – auch Egomanie genannt – könnte erklären, weshalb er nicht akzeptieren mag, dass ein Autor sich über die zahlreichen Ähnlichkeiten des Films mit seinem bereits 2006 erschienenen Roman wundert.

10 December 2009

Les pays des drogues



3 December 2009

Heydü


Fatih Akins neuestes Projekt handelt von einer Muslimin, die sich in der Schweiz in einen einfachen Almjungen verliebt. Arbeitstitel: "Heydü". Eine einstweilige Verfügung, die es in Zukunft verbietet zu behaupten, Heydü wäre Heidi, erging bereits profilaktisch an die Erbengemeinschaft Johanna von Spyris. Ebenfalls eine einstweilige Verfügung erhielten die japanischen Heidi-Zeichner. (ACHTUNG: SATIRE!)

30 November 2009

Wer sieht, ist schuld?

Friederike Gräff beginnt ihren Artikel in der Taz Nord über die Verhandlung im Fall Akin gegen Wallasch (und nicht umgekehrt!) am vergangenen Freitag mit den Worten: "Das Ganze ist vorsichtig gesagt verwirrend: Steht da nun David gegen Goliath? Oder bedient sich ein geltungssüchtiger Fan eines wohlfeilen Vorwurfs, um sich Anteil am Ruhm eines bekannten Regisseurs zu verschaffen?"
Das ist die übliche Rhetorik der Herrschenden: "Bauer, du schöpfst Verdacht, wir hätten dir das Wasser abgegraben? Ach, du bist doch nur neidisch."
Immerhin bringt der Schluss des Artikels die Sache auf den Punkt: "Die 'auffälligen' oder 'frappierenden Ähnlichkeiten' waren am Freitag gar nicht Gegenstand vor Gericht. Dennoch erwiesen sie sich als Fallstrick für eine gütliche Einigung: Akins Anwalt will Wallasch dazu verpflichten, nicht mehr davon zu sprechen. Dies aber hieße, Wallasch den Mund zu verbieten, sagte dessen Anwalt. Und das käme nicht in Frage."
Wollen Akins Anwälte künftig auch gegen jeden sonst vorgehen, der solche Ähnlichkeiten bemerkt und nicht für sich behält? Oder nur gegen den einen, der von ihnen persönlich betroffen ist?

26 November 2009

Hey, Digger!

Das Problem mit den Skandalen um Fatih Akin: Sie beruhen auf Tatsachen. Tatsachen, die an sich gar nicht problematisch sein müssten. Warum nicht eine Hauptrolle mit einer früheren Porno-Darstellerin besetzen? Warum nicht einen Film drehen, der auffällige Ähnlichkeiten mit einem Buch aufweist, das lange Zeit auf dem eigenen Nachttisch gelegen hat? Problematisch ist, dass Akin anscheinend meint, in einer Gesellschaft zu leben, in der es ihm moralisch bzw. juristisch zusteht, dass solche nun einmal interessanten Tatsachen ungenannt bleiben, statt dass er sie offensiv kommuniziert. Eine Gesellschaft, in der sein Ruf mehr gilt als der eines Braunschweiger Kleinverlags-Debütanten. Aber zum Glück ist Norddeutschland doch nicht Nordkorea. Der Welt-Artikel steht wieder regulär online – inklusive meiner bis heute unerwiderten Wette um eine Kiste Roederer Cristal auf Kommentarseite 11 – und die Facebook-Blockade des Google-Archivs ist hinfällig geworden.

Norddeutschland oder Nordkorea?

Auf Facebook ist es leider nicht mehr möglich, auf den in der Welt erschienenen Artikel zu den Ähnlichkeiten von Fatih Akins Film 'Soul Kitchen' mit Alexander Wall(asch)s Roman 'Hotel Monopol' zu verlinken. Der Link wurde von emsigen Facebook-Nutzern als Missbrauch indiziert. Darum hier.